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Arschficken im Freien

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Pinocchio Cap. II

Auf Wunsch eines Freundes, der wissen möchte, wie es weitergeht, folgt hier das zweite Kapitel von Pinocchios Abenteuern. Ich habe mich sehr über diese Bitte gefreut und mich gleich daran gemacht.

Ich muss allerdings bemerken, so mal als Arbeitsbericht, dass ich bezüglich des ersten Kapitels jetzt schon das eine oder andere Übersetzungsproblem anders gelöst hätte. So – und aufgrund der nicht ganz unwichtigen Stellung dieses Wortes, erscheint es mir angebracht, das hier zu erwähen – so also, habe ich das italienische burratino anfangs mit Holzpuppe übersetzt, das ist zwar nicht falsch, Marionette wäre allerdings besser gewesen. Da fehlt dann natürlich die Assoziation zu Pinocchios Rohstoff, aber damit muss man wohl leben. Ich habe auch einmal in eine ältere Übersetzung geschaut und da stand Hampelmann. Für mich sind das ja so flache Pappfiguren, die gern über Kinderbetten an der Wand angebracht werden. Unten hängt eine Schnur raus, daran kann man ziehen, was bewirkt, dass der Hampelmann einen Hampelmann macht. Ich hoffe meine Vorstellung von Hampelmann ist in etwa gleich mit der der Allgemeinheit, sonst müsste nochmal über die Übersetzung von burratino nachgedacht werden. Ist ja, wie gesagt, nicht gänzlich unbedeutend.

So. Hier das 2. Kapitel:

II.
Meister Ciliegia schenkt das Stück Holz seinem Freund Geppetto, der es annimmt, um sich eine ganz besonders wundervolle Marionette anzufertigen, die tanzen, fechten und salti mortali springen kann.

In diesem Moment wurde an die Tür geklopft.
„Kommt nur herein,“ sagte der Tischler, ohne die Kraft zu haben, wieder auf die Beine zu kommen.
Da trat ein alter, aber rüstiger Mann in die Werkstatt, der den Namen Geppetto trug, von den Jungen der Nachbarschaft aber – wenn sie ihn so richtig zur Weißglut bringen wollten – bei seinem Spitznamen Polendina gerufen wurde. Dies, weil er eine gelbe Perücke trug, die sehr an eine Polenta erinnerte.
Geppetto war ausgesprochen cholerisch. Wehe, wenn man ihn Polendina nannte! Er wurde sofort zu einem wilden Tier und es gab nichts mehr, das ihn halten konnte.
„Guten Tag, Meistr’Antonio“, sagte Geppetto, „was macht ihr denn da auf dem Fußboden?“
„Ich bringe den Ameisen das Rechnen bei.“
„Es möge euch wohl bekommen!“
„Was hat euch zu mir gebracht, Gevatter Geppetto?“
„Die Beine!… Wisst, Meistr’Antonio, dass ich zu euch gekommen bin, um euch um einen Gefallen zu bitten.“
„Hier bin ich, zu euren Diensten,“ gab der Tischler, sich langsam aufrichtend, zur Antwort.
„Heute Morgen hatte ich einen Einfall.“
„Lasst hören.“
„Ich sann darüber nach, mir eine schöne Marionette aus Holz anzufertigen; aber eine ganz besonders wundervolle Marionette, die tanzen, fechten und salti mortali springen kann. Mit dieser Puppe möchte ich dann, für ein Stück Brot und ein Glas Wein, die Welt umreisen. Was denkt ihr darüber?“
„Bravo, Polendina!“, rief das Stimmchen, von dem man nicht wusste, woher es kam.
Als Gevatter Geppetto hörte, dass man ihn Polendina rief, wurde er puterrot und sagte – sich vor dem Tischler aufbauend – aufbrausend:
„Warum beleidigt ihr mich?“
„Wer beleidigt euch?“
„Ihr habt mich Polendina genannt.“
„Das war nicht ich.“
„Es kommt noch soweit, dass ich es gewesen sein soll?! Ich sage, dass ihr es wart.
„Nein!“
„Doch!“
„Nein!“
„Doch!“
Und sich immer stärker erhitzend, gingen sie von Worten zu Taten über: Sie packten sich gegenseitig, kratzten und bissen sich und richteten sich übel zu.
Als der Kampf vorbei war, fand Meistr’Antonio Geppettos gelbe Perücke in seinen Händen wieder und Geppetto wurde der zerrupften Perücke des Tischlers in seinem Mund gewahr.
„Gib mir meine Perücke!“, schrie Meistr’Antonio.
„Und du gibst mir die meine und wir schließen wieder Frieden.“
Nachdem jeder dem anderen dessen Perücke zurückgegeben hatte, gaben sich die beiden Alten die Hand und schworen das ganze Leben lang gute Freunde zu bleiben.
„Nun, Gevatter Geppetto“, sagte der Tischler als Zeichen der geschlossenen Freundschaft, „was für ein Gefallen war es doch gleich, den ihr von mir wünschtet?“
„Ich hätte gern ein wenig Holz, um meine Marionette zu bauen. Gebt ihr es mir?“
Augenblicklich und sehr zufrieden ging Meistr’Antonio sofort das nämliche Stück Holz holen, das Ursache so vieler Ängste bei ihm gewesen war. Aber als er es seinem Freund geben wollte, machte das Holz einen heftigen Ruck, entschlüpfte ungestüm seinen Händen und schlug mit ganzer Kraft gegen das ausgemergelte Schienbein des armen Geppetto.
„Ah! Das ist also die Art Höflichkeit, Meistr’Antonio, mit der ihr eure Sachen verschenkt? Ihr habt mich beinahe lahm gemacht.“
„Ich schwöre, es war nicht ich!“
„Also war ich es gewesen?!“
„Die Schuld hat ganz allein das Holzstück hier.“
„Ich weiß, dass der Schmerz von dem Holzstück kommt; aber ihr wart es, der es mir gegen die Beine gehauen hat.“
„Ich habe euch nicht gehauen!“
„Lügner!“
„Geppetto, beleidigt mich nicht; oder ich nenne Euch Polendina!…“
„Esel!“
„Polendina!“
„Muli!“
„Polendina!“
„Blöder Affe!“
„Polendina!“
Als Geppetto zum dritten Mal hörte, dass er Polendina genannt wurde, geriet er außer sich und versetzte dem Tischler einen Schlag. Da gaben sie es sich gehörig und ausgiebig!
Am Ende der Schlacht hatte Meistr’Antonio zwei Schrammen mehr an der Nase und der andere zwei Knöpfe weniger an der Weste. Da die Rechnung in dieser Hinsicht ausgeglichen war, gaben sie sich die Hand und schworen Freunde fürs Leben zu bleiben.
Zu guter Letzt nahm Geppetto das artige Stück Holz mit sich, bedankte sich bei Meistr’Antonio und hinkte zurück nach hause.

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Pinocchio Cap. I

Ich habe gestern mal angefangen, Pinocchio zu übersetzen. Aus Übungsgründen und weil es irgendwie auch Spaß macht. Nun gibt es sicher schon hunderte Übersetzungen, kann ich mir zumindest vorstellen. Nichtsdestotrotz hier jetzt das erste Kapitel. Mal sehen, vielleicht wird ja sogar eine größere Sache draus. Achso, als Vorlage habe ich die Einaudi-Ausgabe genommen.

Pinocchios Abenteuer. Die Geschichte einer Holzpuppe. Von Carlo Collodi.


I.
Was geschah, als der Tischlermeister Ciliegia ein Stück Holz fand, dass weinte und lachte wie ein Kind.

Es war einmal…
„Ein König!“ – sagen flugs meine kleinen Leser.
Nein, Kinder, da habt ihr euch geirrt. Es war einmal ein Stück Holz.
Aber nicht ein edles Stück Holz, sondern vielmehr einer jener einfachen Scheite, wie man sie im Winter in die Öfen und Kamine tut, um Feuer zu machen und die Wohnung zu heizen.
Ich weiß nicht wie es geschah, aber Tatsache ist, dass dieses Stück Holz eines schönen Tages in die Werkstatt eines alten Tischlers geriet, der eigentlich Meistr’Antonio hieß. Er wurde aber von allen Meister Ciliegia genannt, weil seine Nasenspitze stets purpurrot war und glänzte, als ob sie gerade poliert worden wäre. Genau wie eine reife Kirsche.
Als Meister Ciliegia das Holzstück erblickte, freute er sich, rieb sich vor Zufriedenheit die Hände und murmelte leise:
„Das Hölzchen taucht zur rechten Zeit auf: Ich will mir ein Tischbein daraus machen.“
Gesagt, getan. Er nahm eine scharfe Axt, um die Rinde abzuschlagen und das Stück zurechtzustutzen. Gerade wollte er den ersten Schlag abwärtssausen lassen, als er, den Arm in die Luft erhoben, plötzlich innehielt: Er hatte ein leises, dünnes Stimmchen gehört, das ihn anflehte:
„Schlag mich nicht zu fest!“
Stellt euch vor, wie es dem guten alten Meister Ciliegia da erging.
Verstört ließ er die Augen im Raum herumkreisen, um zu sehen, woher bloß diese Stimme gekommen sein konnte. Doch er fand niemanden. Er sah unter die Bank. Niemand. Er sah in einen für gewöhnlich immer verschlossenen Schrank. Niemand. Er sah in den Korb mit den Sägespänen. Niemand. Er öffnete sogar die Haustür der Werksatt um einen Blick auf die Straße zu werfen. Niemand. Und also?…
„Ich hab verstanden,“ sagte er nun, lachend und sich die Perücke kratzend, „es ist klar, dass ich mir das Stimmchen nur eingebildet habe. Zurück an die Arbeit.“
Er nahm wieder die Axt zur Hand und schmetterte sie mit einem gehörigen Hieb auf das Holzstück herab.
„Auweh, Du hast mir weh getan!,“ rief das Stimmchen klagend.
Dieses Mal blieb Meister Ciliegia wie angewurzelt stehen. Mit vor Angst aus dem Kopf hervorquellenden Augen, mit weit aufgerissenem Mund und mit heraushängender Zunge, die bis zum Kinn herabbaumelte, sah er aus wie eine Brunnenfratze.
Nachdem er die Sprache wiedererlangt hatte, begann er schlotternd und stotternd zu sagen:
„Aber woher wird dieses Stimmchen gekommen sein, dass Auweh gesagt hat?… Hier ist doch keine Menschenseele. Kann es zufällig sein, dass dieses Stück Holz gelernt hätte wie ein Kind zu weinen und zu lamentieren? Das kann ich nicht glauben. Dieses Hölzchen hier… ist ein Scheit für den Ofen, genau wie all die andern… Um es aufs Feuer zu werfen, um einen Topf Bohnen zu kochen. Und also?… Was, wenn jemand drinnen versteckt wäre? Wenn wirklich jemand drinnen steckt, schlecht für ihn. Jetzt werd’ ich aufräumen!“
Und es sagend, ergriff er das arme Stück Holz mit beiden Händen und machte sich daran es erbarmungslos gegen die Wände des Zimmers zu schleudern.
Hinterher horchte er, ob da nicht das klagende Stimmchen wäre. Er wartete zwei Minuten. Nichts. Fünf Minuten. Nichts. Zehn Minuten. Nichts.
„Ich habe verstanden,“ sagte er dann, lachte gezwungen und raufte sich die Perücke, „es ist klar, dass ich mir dieses Stimmchen, das Auweh gesagt hat, nur eingebildet habe. Zurück an die Arbeit!“
Um sich Mut zu machen, versuchte er ein wenig vor sich hin zu trällern, denn er hatte große Angst. Und da er fürs Erste der Axt überdrüssig war, nahm er jetzt den Hobel zur Hand, um das Stück Holz schön glatt zu hobeln. Aber schon in dem Moment, in dem er einmal hin und her gehobelt hatte, hörte er das wohlbekannte Stimmchen, das ihm lachend zurief:
„Hör auf! Das juckt ja überall!“
Dieses Mal fiel der arme Meister Ciliegia wie tot um. Als er die Augen wieder aufmachte, fand er sich auf dem Fußboden sitzend wieder.
Sein Gesicht schien ganz entstellt, und sogar seine Nasenspitze, die ja eigentlich immer purpurrot war, war von der großen Angst türkis geworden.

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