Sweding

Gerade eine neue Kulturtechnik entdeckt. In Anschluß an Michel Gondrys letzten Film „Be Kind Rewind“, in dem Videotheksmitarbeiter aufgrund einer unabsichtlichen Totallöschung ihres Filmreservoirs dieses selbst neu verfilmen, erfreut sich das sogenannte Sweding bei YouTube großer Beliebtheit. Wird auch Zeit, dass diese Idee endlich wieder aufgegriffen wird, schließlich sind seit Jean Pauls Romanfigur, die beschließt, die Bücher, die sie sich nicht leisten kann, prompt selbst zu schreiben, schon einige Jahre vergangen (zu dumm, dass ich nicht mehr weiß, in welchem Roman… ihr?). Sweding ist natürlich etwas einfacher zu bewerkstelligen, dauert nicht so lange und ist zudem wesentlich geselliger.

Vielleicht sind mit dem Sweding (hinter dem ständigen Wiederholen dieses Wortes steckt selbstredend eine pädagogische Idee) auch endlich die leidigen Urheberrechtsfragen gelöst, obwohl ich mir da nicht so sicher bin, könnte doch die GEMA das Summen einer Filmmelodie als so eine Art Aufführung – schlimmer noch als Vorführung, wenn nicht gar Distribution – interpretieren.

Kulturelle Schlußfolgerungen zieht Alex Rühle bei sueddeutsche.de.

Mein vielleicht nicht Lieblingsfilmsweding, aber doch das Sweding meines Lieblingsfilms (resp. doch nicht wirklich meines Lieblingsfilms) ist das hier:

2 Antworten bis jetzt »

  1. 1

    anne sagte,

    Schulmeister Wutz.

  2. 2

    falk sagte,

    Ok. Das dachte ich auch. Zur Sicherheit hab ich aber noch im Kindler nachgesehen und konnte bei der Schulmeister-Beschreibung nix finden, auch bei keiner anderen. Also: Vielen Dank!

    (Noch der ganze Titel: Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal. Eine Art Idylle. So.)


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